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Elbsandsteingebirge

Das Elbsandsteingebirge (tschechisch Labské pískovce bzw. Labské pískovcové pohoří) ist ein vorwiegend aus Sandstein aufgebautes Mittelgebirge am Oberlauf der Elbe in Deutschland und Tschechien. Es erstreckt sich beiderseits der Elbe von Pirna bis Děčín (Tetschen-Bodenbach) auf einer Fläche von etwa 700 km². Höchster Berg des Elbsandsteingebirges ist der Děčínský Sněžník (Hoher Schneeberg) mit 723 Metern.

Länderbezogen werden zwei Landschaften unterschieden:

Allgemeines

Basteibrücke bei Rathen

Das Vorkommen des typischen Elbsandsteins und damit des Elbsandsteingebirges ist nicht identisch mit dem Gebiet von Sächsischer und Böhmischer Schweiz, die im Gegensatz hierzu eher durch die landschaftsformende Erosion im Elbtal definiert sind und ein etwas größeres Gebiet einnehmen. Da die Erosion jedoch auch an den Sandstein gebunden ist, unterscheiden sich beide Begriffe geografisch nur geringfügig und werden daher meist als Synonyme verwandt.

Das Charakteristische dieses stark zerklüfteten Felsengebirges ist sein außerordentlicher Formenreichtum auf engstem Raum. Einmalig unter den mitteleuropäischen Mittelgebirgen ist der ökologisch bedeutsame ständige Wechsel von Ebenen, Schluchten, Tafelbergen und Felsrevieren mit erhalten gebliebenen geschlossenen Waldbereichen. Die Vielfalt der unterschiedlichen Standorte mit jeweils eigenen Verhältnissen in Bezug auf Boden und Mikroklima haben eine enorme Artenvielfalt hervorgebracht. Allein die Vielfalt der vorkommenden Farne und Moose wird von keiner anderen deutschen Mittelgebirgslandschaft erreicht.

Geologie

Felsen im Bielatal

Der mannigfaltige Formenreichtum der Sandsteinlandschaft ist eine Folge der chemisch-physikalischer Erosion und biologischer Prozesse von Gesteinen, die aus den in der Kreidezeit abgelagerten Sanden gebildet wurden.

Die Zuflüsse eines kreidezeitlichen Meeres und marine Strömungen transportierten über große Zeiträume hinweg in eine Flachmeerzone Sand, welcher über diagenetische Prozesse bei verschiedenen Druckregimen zur Ausbildung von Sandsteinschichten führte. Seine Schichtung ist durch wechselnde horizontale Strukturunterschiede (Einlagerungen von Tonmineralen, Korngrößen des Quarzes, Unterschiede in der Kornbindung) sowie eine typische aber überwiegend geringe Fossilführung sowie mehr oder weniger wasserführende Schichten charakterisiert.

Nachdem sich das kreidezeitliche Meer zurückgezogen (Regression) hatte, formten Verwitterungseinflüsse und Wasserläufe die Oberfläche, von denen die Elbe den stärksten Einschnitt erzeugte. Entlang der Lausitzer Verwerfung schob sich später im Norden der Lausitzer Granodiorit auf die etwa 600 Meter mächtige Sandsteinplatte und drückte diese nach unten, bis sie brach. Dieser Nordrand des Sandsteinvorkommens liegt ungefähr auf der Linie PillnitzHohnsteinHinterhermsdorfKrásná Lípa (Schönlinde).

Wabenverwitterung

Im Tertiär wurde vor allem das angrenzende Gebiet des Böhmischen Mittelgebirges und des Lausitzer Gebirges durch einen intensiven Vulkanismus geformt und beeinflusst, einzelne Magmaintrusionen durchstießen aber auch die Sandsteintafel des Elbsandsteingebirges. Die markantesten Zeugnisse dieser erdgeschichtlichen Phase sind vor allem die basaltischen Kegelberge Růžovský vrch (Rosenberg), Cottaer Spitzberg und Raumberg, aber auch Großer und Kleiner Winterberg.

Am Südwestrand wurde die Sandsteinplatte an der Karsdorfer Verwerfung um über 200 Meter angehoben, wodurch die Platte noch stärker kippte und sich das Gefälle des Elbestroms verstärkte. Die Wassermassen gruben mit ihrem Flussbett Täler in das Gestein und legten dabei die Felswände frei. Mit der Zeit verminderte sich das Gefälle; das Flussbett des Elbestroms verbreiterte sich und wechselte immer wieder, auch durch eiszeitliche Klimaeinflüsse bedingt, seinen Verlauf.

Seine charakteristische Quader-Erscheinungsweise verdankt er der horizontalen Schichtung und der vertikalen Zerklüftung durch die Verwitterung bzw. Verkarstung. Klüfte, Einsturzhöhlen, lochähnliche Vertiefungen (Alveolen) mit Sanduhren, Kamine, Spalten, schroffe mächtige Wände, romantische Täler und bezaubernde Panoramen machen den Reiz dieser kleinen abwechslungsreichen grenzüberschreitenden Bergwelt aus.

Naturschutz

Das Prebischtor in der Böhmischen Schweiz

Große Teile des Gebirges werden durch Gesetze geschützt. In Deutschland gibt es die Nationalparkregion Sächsische Schweiz, welche aus dem zweigeteilten 1990 gegründeten 93 km² großen Nationalpark Sächsische Schweiz (NLP) und dem umliegenden 1956 gegründeten 287 km² großen Landschaftsschutzgebiet (LSG) besteht. Der deutsche Gebirgsteil wurde zudem im Mai 2006 von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover als eines der 77 bedeutendsten nationalen Geotope Deutschlands prädikatisiert.

Im böhmischen Gebirgsflügel besteht im nordöstlichen Gebiet seit 1972 das Landschaftsschutzgebiet „Chráněná krajinná oblast Labské pískovce“ (Landschaftsschutzgebiet Elbsandsteine) mit einer Fläche von 324 km². Im Jahr 2000 wurde der „Národní park České Švýcarsko“ (Nationalpark Böhmische Schweiz) mit einer Fläche von 79 km² eingerichtet, so dass damit rund 700 km² Gesamtfläche des Elbsandsteingebirges als Natur- und Kulturlandschaft unter Schutz stehen.

 
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